Dosierung

Cannabidiol Cannabisöl Dosierung

Hochwertiges CBD Öl ist sehr aufwändig in der Herstellung. Die daraus hergestellten Produkte sind deshalb unweigerlich recht hochpreisig. Darüber hinaus verträgt jeder Körper dieses hoch wirksame Nahrungsergänzungsmittel anders. Was bei einem Anwender keinen Effekt hat, kann bei einem anderen schon ein enormes Schlafbedürfnis auslösen. Es ist daher wichtig, sich schrittweise an die richtige Dosis heran zu tasten.

Durch Tests und Probeläufe aus der Praxis konnte ein so genannter „Step Up“ Ansatz definiert werden. Hierbei wird die Dosierung von CBD exakt auf das jeweilige Bedürfnis abgestimmt. Wichtig ist dabei, dass man sich zunächst etwas mit der Mathematik der Dosierung auseinander setzt.

 

CBD Öl wird grundsätzlich mit einer prozentualen Angabe über die Konzentration von reinem CBD im Trägeröl angegeben. Es ist nun wichtig, aus dieser Prozentangabe die tatsächlichen Milligramm heraus zu rechnen um damit auf die empfohlenen Dosen zu schließen.

Als Grundwert kann angenommen werden:

1 Tropfen ist in etwa 1/20 Milliliter. 1 Milliliter hat dem entsprechend etwa 20 Tropfen – eine Flasche mit 10 Milliliter, was eine übliche Gebindegröße für CBD Öl ist, enthält also in etwa 200 Tropfen. Daraus muss man sich jetzt die absolute Menge CBD pro Tropfen CBD Öl heraus rechnen.

CBD Öl mit einer Konzentration von 5% hat 500 Milligramm in einer 10 Milliliter Flasche. 1 Tropfen hat also etwa 2,5 Milligramm CBD.

Je stärker die Konzentration ist, desto mehr Milligramm pro Tropfen werden also aufgenommen. Als Hilfestellung können Sie sich an diese Werte halten:

  • 5% CBD Öl = 2,5 Milligramm CBD pro Tropfen
  • 6% CBD Öl = 3 Milligramm CBD pro Tropfen
  • 10% CBD Öl = 5 Milligramm CBD pro Tropfen
  • 15% CBD Öl = 7,5 Milligramm CBD pro Tropfen
  • 24% CBD Öl = 12 Milligramm CBD pro Tropfen
  • 48% CBD Öl = 24 Milligramm CBD pro Tropfen

Ein Tropfen von CBD Öl mit 48% Konzentration hat deshalb die gleiche Wirkung wie 10 Tropfen CBD Öl mit nur 5%. Umgekehrt bedeutet das: Bei einer niedrigen Konzentration ist ein Tropfen mehr oder weniger kaum zu bemerken. Bei der Maximalkonzentration von 48% ist ein Tropfen mehr oder weniger aber ein enormer Unterschied. Die Fachliteratur über CBD unterscheidet deshalb zwischen einer „Mikrodosis“, einer „Standarddosis“ und einer „Makrodosis“.

Eine Tages – Mikrodosis wird mit einer aufgenommenen Wirkstoffmenge zwischen 0,5 Milligramm und 20 Milligramm definiert. Hier eignen sich die preiswerten, schwachen CBD-Öle optimal. 0,5 Milligramm pro Tropfen sind selbst mit dem schwächsten CBD Öl kaum darstellbar. Realistisch bewegt man sich in einem Bereich von 2,5 – 20 Milligramm, um tatsächlich eine Wirkung spüren zu können. Alles darunter kann durchaus wirksam sein – es ist aber dann doch eher auf den Placebo-Effekt, also die „eingebildete Wirkung“ zurück zu führen. Die „maximale Mikro-Dosis“ ist aber mit dem schwachen 5% CBD Öl mit 8 Tropfen erreichbar.

Eine Mikrodosis ist interessant für Anwender, die damit eine Schlaflosigkeit, gelegentliche Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschankungen, Übelkeit, leichten Stress oder geringfügige Störungen des Stoffwechsels behandeln wollen. Wir empfehlen, mit 3 Tropfen am Tag zu beginnen. Wenn sich ein spürbarer Effekt eingestellt hat, kann die Dosis auf 2 und schließlich sogar auf 1 Tropfen am Tag reduziert werden. Wenn kein Effekt spürbar ist, lässt sich die Dosis schrittweise auf 8 Tropfen pro Tag erhöhen, um noch im Bereich der Mikro-Dosierung zu bleiben. Wichtig ist hier zu verstehen, dass bei der Aufnahme von CBD Öl ein „Mehr“ nicht zwingend zu einem „Mehr Wirkung“ führen muss. Die professionellen CBD-Therapeuten sprechen daher von einem „Sweet Spot“ – also dem Punkt einer CBD-Dosierung, die den maximalen Effekt erzielt. 

Eine Standarddosis ist für gravierende Beschwerden gedacht. Wenn eine höhere Dosierung angestrebt wird, empfehlen wir, dies vorher mit dem Arzt des Vertrauens abzusprechen. CBD steht im Verdacht, die Verstoffwechselung von Medikamenten verlangsamen zu können. Wenn also bereits eine verschriebene Medikation besteht, sollte nicht unkontrolliert zusätzlich CBD eingenommen werden.

Als Standarddosis gilt die Aufnahme von CBD in Höhe von 20 bis 100 Milligramm pro Dosis bzw. Tag. Sie sind für starke Schmerzen, Depressionen, gegen MS-Schübe, autistische Erkrankungen (vor allem mit selbst verletzendem Verhalten) Arthrose und starke Verdauungsbeschwerden gedacht. Um 100 Milligramm pro Tag zu erreichen sind 40 Tropfen eines 5% starkem CBD Öls erforderlich. Abgesehen davon, dass eine Flasche mit diesem Verbrauch nach spätestens einer Woche leer ist, kann die schlagartige Aufnahme von so großen Ölmengen auch eine Übelkeit auslösen. Wer also eine Tagesdosis in Standard-Stärke versuchen möchte, der sollte auf ein CBD Öl mit mindestens 15% zurückgreifen. Das sind zwar immer noch ca. 13 Tropfen pro Tag, diese sind aber gut verträglich.

Eine Makrodosis wird auch „Therapeutische Dosis“ genannt. Sie liegt bei 100 – 800 Milligramm pro Tag. Das ist für einen Wirkstoff, der eigentlich nur an Rezeptoren andocken soll, eine ganz beachtliche Konzentration. Bedenken Sie: 800 Milligramm sind bereits 0,8 Gramm. Im Monat sind das 24 Gramm reines CBD, das extern dem Körper zugeführt wird. Es sind zwar keine gravierenden Nebenwirkungen bei der Aufnahme von CBD bekannt – man sollte es aber dennoch stets wie Paracelsus halten: „Alleine die Dosis macht das Gift“.

CBD Öl in diesen hohen Konzentrationen ist durchaus legal erwerbbar. Wir empfehlen jedoch dringend, die Einnahme gründlich mit einem Arzt abzusprechen. Bei einer so hohen Aufnahme ist eine Wirkung praktisch unausweichlich. Ist diese Wirkung medizinisch sinnvoll und angezeigt, ist das gut. Es ist jedoch nicht sinnvoll, leichte Kopfschmerzen oder einen unruhigen Schlaf mit einer CBD Menge bekämpfen zu wollen, die eigentlich für Krebspatienten, Epilepsie-Geplagte, starke Allergiker oder andere ernsthaft erkrankte Personen gedacht ist.

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CBD Autor

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Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen.

Quellenangabe

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Cannabidiol-Produkte bald in der Apotheken-Freiwahl? DAZ.online, 10. April 2018.